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Foto: KEYSTONE

 

Kreativ in die Zukunft

An der Trendtagung von 28. Oktober am Medieninstitut präsentierten internationale und nationale Referenten konstruktive Analysen und Konzepte zu der Frage: Wie können sich publizistische Angebote sowohl im Nutzer- wie auch Werbemarkt mit einer innovativen Angebotsstruktur und wertorientierten Preismodellen positionieren?

Im Laufe des Jahres fand ein eigentlicher Paradigmenwechsel statt. Die Behauptung alles müsse Gratis im Internet sein, wurde von relevanten Akteuren in Frage gestellt. Josefa Haas, Leiterin des Medieninstituts, stellte in ihrem Einführungsreferat fest: Dank der Finanzkrise ist der Blick nicht mehr durch ideologische Behauptungen verstellt. Jetzt folgt die Knochenarbeit, konkrete Anwendungen für die verschiedenen Angebotsformen zu entwickelt. Die hybride Zukunft erfordert komplexe Antworten.

Die emotionellen und irrationalen Aspekte der Preisakzeptanz, zeigte Patrick Pfäffli, CEO Input, dar. Mit geschicktem Marketing können diese durchaus gewinnbringend genutzt werden.

Aufgrund seiner differenzierten Analysen der Entwicklungen im Werbemarkt, stellt der Medienpublizist Ueli Custer fest: Viele Printtitel haben die Veränderungen der Medienangebote sowie die Entwicklungen im Lesermarkt zu wenig ernst genommen. Das Resultat: Mit unangemessenen Tarifen katapultieren sie sich aus dem Werbemarkt.

Die Neue Luzerner Zeitung startet ab 1.1.2010 mit einem innovativen Anzeigensystem. Wie Otto Meier, Berater für Medienmarketing ausführte, sollen damit zugleich die Bedürfnisse nach Flexibilität aber auch Transparenz erfüllt werden, in dem die Verhandlungsspielräume definiert werden.

In Deutschland gilt OMS als Erfolgsstory. Das Onlinenetzwerk gehört Verlagshäusern und vermarktet über 150 Websites von Zeitungen. Der Geschäftsführer Georg Hesse erläuterte, wie die Zeitungen erfolgreich kooperieren und weshalb sie dadurch gemeinsam monatlich über 10 Millionen Unique User erreichen.

Sollen Inhalte kostenlos oder bezahlt angeboten werden? Für den renommierten amerikanischen Medienökonom Robert Picard ist dies die Schlüsselfrage, die jeder Medienunternehmer für sich selber beantworten muss. Dafür muss er allerdings seine Kunden sehr gut kennen, seine besonders wertvollen Leistungen bewerten und über die zentralen Wertschöpfungsbereiche die Kontrolle bewahren.

Print oder Web oder Mobile ist für die kanadische Firma Newspaperdirect nicht die Frage. Nikolay Malyarov präsentierte ein für Verleger einfaches Verfahren, mit dem die Printinhalte auf allen Plattformen den Lesern zugänglich gemacht werden. Die Technologie ermöglich zudem die Erhebung von Nutzungsdaten sowie die Rechnungsstellung. Über 1000 Verlage nutzen weltweit diesen digitalen Kiosk.

Der Beobachter ist die Nummer Eins der Deutschschweizer Zeitschriften.  Geschäftsführer Roland Wahrenberger stellte die verschiedenen Angebotsformen vor. Behutsam positioniert sich der Traditionstitel im Internet: Im Zentrum steht die Pflege der Leserschaft, die dank einer bezahlten Mitgliedschaft von den Leistungen des Beobachterteams profitiert. Auf dem Anzeigenmarkt sind die Tarifkorridore, welche das Mutterhaus Axel Springer für den deutschen Markt definiert, eine Option, die auch für die Schweiz interessant sein kann.

Das Feedback auf die Tagung war sehr positiv: Das dichte Programm bot eine Vielzahl von neuen Fakten und Sichtweisen. Den Wunsch nach einem Folgeanlass
nimmt das Medieninstitut gerne auf.

 

Präsentationen und Referate

Zu den Präsentationen und Referaten

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